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Naschmarkt
Danke danke danke
Veronika Lamprecht
18.02.2010

Eine mächtige Glückswelle rollt in mir hoch und nieder, hoch und nieder. Ich sitze nur und staune und lasse zu und erfreue mich. Ich bin sowas von dankbar, für alles was ist, es ist reinste Wonne. Fühl mich wie ich eine Ananasblüte mitten im Paradies. Oder ein Kartoffelkäfer, der mitten in einem Kartoffelfeld wohnt. Es ist kaum in Worte zu fassen.

Um es irgendwie doch fassen zu können, dieses Gefühl, hab ich mich so richtig reingespürt in das Leben meines Frühstücks - und hab angefangen daraus Sätze und Bilder zu formen. Ein Auszug daraus:

Ich steh also mit dieser Glückswolke auf. Und mach mir Frühstück. Sonntagsfrühstück. Schwebe. und dann sitz ich am Tisch. Und schau mich um, was ich da alles hab - und wieder kommen Träenen der Dankbarkeit für diese Fülle:

Da steht das "Alles Liebe Gewürz" von Sonnentor: eine Mischung meiner Lieblingsfrüchte und Kräuter, rosa Pfeffer, Himbeerstückchen, Koriander.....ich zerfließe vor Genuss....und danke den Händen, die diese Kräuter ausgewählt, gesammelt, verarbeitet, eingepackt, ins Regal gestellt, über die Kassa gezogen haben, dass ich es jetzt hier genießen kann.

Prociutto aus dem Waldviertel liegt daneben. Ich spür hin. Ob die Kuh gern gestorben? taucht als Frage auf. Ich danke der Kuh, und ihren Freundinnen, die um sie getrauert haben.

Mein Kaffee. Aus dem Weltladen. Ich danke den Initiator/innen, die sich engagieren, dass die Kleinbäuer/innen eigenständig arbeiten und leben können. Dass sie faires Geld für ihre Arbeit kriegen - gerne zahl ich dafür ein paar Euro mehr. Sie behaupten sich in einem Umfeld, wo mit dem Kaffeepreis Milliarden Gewinne gemacht werden (Agrar-Rohstoffaktien! Seit der Immobilienblase sehr begehrt!!!), während auf der anderen Seite die Menschen Selbstmord begehen, weil sie sowenig bezahlt kriegen, dass sie ihre Familien nicht mehr ernähren können.

Daneben Zimt und Kardamom. Düfte aus dem Orient. Nur daran zu riechen, ist schon eine Freude. Ich danke den Geruchsstoffen in den Gewürzen und meinen Botenstoffen im Gehirn, dass sie da sind - zu meiner Freude.

Heute gibts Kaisersemmel, auch aus dem Bioladen, sowie fast alle meine Lebensmittel. Ich seh das wogende Ährenfeld, in dem auch Kornblumen und Mohnblumen wachsen dürfen. Kann die Liebe zur Erde spüren, die diese Menschen auf den Felden, leben. Da fällt mir ein, dass ich mal ein Liebesgedicht über ein Mohnblumenfeld gekriegt hab. Ich bin dankbar für das Werden und Vergehen und Neu werden. Für die Wogen im Leben und im Feld, weil sie Lebenstiefe und immer mehr Freiheit bringen - und Kaisersemmel daraus gemacht werden können.

Das Quittengelee ist von einer wunderbaren Frau, die ich zu Samhain erstmals persönlich kennen gelernt hab. SIE hat Früchte aus ihrem Garten verarbeitet und mir geschenkt. Ein unendlicher DANK an all die Frauen, die für Nahrung sorgen, körperlich, seelisch, geistig, sprituell. DANKE DANKE DANKE! Danke auch an mir. Bin ja auch so eine. :-)

Der Rosentee ist ein Yogitee. Der hat eine weite Reise hinter sich, er kommt aus Hamburg. Einzelne Zutaten vielleicht von weiter her.Ich denke an die Lastfahrer/innen und ihre Familien. Wieviel Zeit diese Menschen on the road sind, oft lange getrennt von ihren Familien. Ob das alle Beteiligten immer wollen? Ich bin dankbar, dass sie mir den Rosentee hierher geliefert haben und ich ihn jetzt genießen kann.

Die Biobutter auf der Kaisersemmel. Ich zerschmelze, als ich reinbeiße und die Geschmäcker meinen Gaumen küssen.....wie Seide auf nackter Haut.....

Mein Salbei vom Spar - angeblich aus Österreich. Hm, irgendwie krieg ich keine Resonanz. Ist der Stock glücklich? Ich danke auch dafür, dass er "industrielle" hergestellt wird. Danke den Menschen, die am ganzen Produktionsweg ihn in den Händen gehalten haben oder Knöpfe gedrückt haben - auch sie haben ihre einzigartigen Geschichten und Lebenserfahrungen und Ängste und Freuden. Und ich danke ihnen, dass sie dazu beigetragen haben, dass ich heute würzigen gebratenen Salbei genießen kann. Und gleichzeitig schick ich ihnen einen Funken wilder Freude und Lebenslust - zur Ermutigung, auch Ärger, Zorn und Widerstand zuzulassen, dort wo die Würde verletzt wird. Dort, wo Arbeitsbedingungen herrschen, die nicht dem guten Leben Aller - sondern nur dem Profit weniger, dienen.

Schlagobers - schließt den Dank an die Butter mit ein. Inzwischen ist sie in meinem Mund zergangen. Schlagobers - flüssige Seide auf nacker Haut......

Tofu Forellenpastete - ja, Luxus. Ja, ich danke dem Luxus. Mein Leben ist Luxus. Lachen ist Luxus. Freude ist Luxus. Alles was frei macht und beglückt, ist Luxus für mich.Es gibt ganz viel Luxus in  meinem Leben, er wird immer mehr.
Jetzt schau ich kurz ins Wikipedia, was Luxus bedeutet "üppige Fruchtbarkeit". Na, sag ich doch.
http://de.wikipedia.org/wiki/Luxus

Radischensprossen. Aus Deutschland. Ui. Total unvernüftig, wo ich sie doch selber keimen kann...Ich danke meiner Unvernunft, meiner Lust am Genuß, die manchmal grenzenlos ist.

Der Kerzenhalter aus Ton, geformt als Spirale, Geschenk von einer Arbeitskollegin zum Abschied. Ich danke meiner Vergangenheit, den lustvollen und schweren, zermürbenden Erfahrungen. Sie haben mich immer mehr ein Stück zu  mir und meiner Liebe gebracht.

Die Lila Kugelkerze - ein Geschenk einer wunderbaren Begleiterin im einfachen SEIN. Danke für diese Frau, ihr Sein und Werden, die gemeinsamen Fragen und individuellen Antworten.

Das Glas Wasser. Ich danke dem Wasser. Diesem feinen Wasser aus den Bergen, dem meine Vorfahren kunstvolle Wasserleitungen bis in die Stadt gebaut haben. Ich danke dem Gully, dem Abfluss, dem Kanal. Der das Wasser aufnimmt, das ich verbrauche und es wieder dem ewigen Kreislauf zuführt. Mehr oder weniger. Ich arbeite daran, dass es mehr wird - und gieße ein Stamperl Rosenblütenschnaps in den Abfluss - als Dank und Liebesgruß an die Kanalarbeiter.
Der Schnaps, ein Geschenk von meinem Liebsten. Mit dem geht auch manches den Bach runter....und taucht an unerwarteten Stellen grenzenlos erfrischend wieder auf.

Ich bin froh, (noch) nicht selber mein Abwasser beseitigen zu müssen!
Vielleicht sollte ich auch ein Stamperl im Magistrat vorbeibringen.
Als Dank dafür, was sie bisher geleistet haben.
Und als Anregung für einen weit weit offenen tanzenden Geist.

Ups, und das Stamperl für MICH nicht vergessen. Für meine Liebe und das Geschenk, diese Liebe und Dankbarkeit in jedem Strohhalm und im Sonntagsmorgenfrühstück finden zu können.

 

Kommentare
Frank  
18.02.2007

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Frank2  
05.03.2007

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Frank2  
05.03.2007

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05.03.2007

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Margarita  
21.02.2010

liebe veronika,

beim lesen deines aktuellen newsletters und dieses textes ist förmlich eine welle deiner guten energie auf mich übergeschwappt.

ich bin begeistert von deiner achtsamkeit den lebensmitteln gegenüber! dieser text hat mich genau in einer phase meines lebens erreicht, wo ich selber experimentiere mit ausschließlich regionalen, heimischen produkten. danke für deinen motivationsschub auf dem weg zu ethisch richtigem verhalten, der bei der eigenverantwortung im kleinen beginnt!

margarita chouchanian

Ingrid Racher  
24.05.2011

Liebe Veronika, finde ich ja ganz toll, den Artikel über dein Frühstück - die Erkenntnis, in welch wunderbaren Welt wir leben, auch wenn andere uns vom Gegenteil überzeugen wollen - DANKE an DICH, dass ich die Gelegenheit hatte, DICH kennenzulernen und deine Berichte dadurch mit dir teilen kann!!!


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