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Naschmarkt
Ein typischer Tag in Wien
Veronika Schenter
20.01.2009

Ein gutes halbes Jahr bin ich jetzt in Wien. Viel, von dem, was ich erträumt hab, hat sich erfüllt oder ist auf dem besten Weg dahin - zb. das selbstständig arbeiten, die enormen Inspirationen & ermutigenden Netzwerke und Partner/innen. Manches....

.....von meinen Plänen ist gescheitert, hat sich verändert und dauert länger als ich dachte

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Gleich mal vorweg: es gibt keinen typischen Tag inWien! Zumindest bisher nicht!

Es ist Dienstag, der 20. Jänner 2009.
Ich sitz im Kaiserpavillion des Tiergartens Schönbrunn und schreib diese Zeilen. Dieser Ort war schon zu Kaiserin Maria Theresias ein Kraftplatz - zu den Tagundnachtgleichen fallen die Sonnenstrahlen durch die alten riesigen Fenster direkt ins Zentrum des 8 eckigen Gebäudes. Ich nütze es HEUTE als liebevoll-nährenden Arbeitsort für MICH.

Ich wache kurz vor 9 Uhr auf - ich schlafe in Winterszeiten oft 12 Stunden. Dafür hab ich nichtmal einen Schnupfen, bin also körperlich kerngesund.

Nehme mir Zeit zum Wachwerden und Körperverwöhnen. Bin wund, am Wochenende gabs einen Auslöser für sehr großen Liebesschmerz. Dieser ist derzeit in einer tiefen Heilungsphase und ich nehm mir mind. 3 Tage (vielleicht brauch ich auch 3 Monate oder 3 Jahre...) um bestens auf mich und meine Verletztheit zu schaun. Meine Freundin und Therapeutin meinte:"Es ist unglaublich kraftvoll und mutig, so verletzlich zu sein!"

Ich beschließe, nachdem ich Suppe zum Frühstück gegessen hab und die ersten mails bearbeitet hab, in den Tiergarten Schönbrunn zu fahren. Manche Tiere leiden unter dem Eingesperrtsein. So wie  meine Seele vom Schmerz eingeengt ist und sich jetzt in neue Fülle und Freiheit und Tiefe entfalten will, will ich das mit diesen Tieren teilen. Um das Leben für sie ein bißal erträglicher zu gestalten. Bis wir das System so verändert haben, dass auf ihre Bedürfnisse genauso Rücksicht genommen wird, wie auf unsere. Wie unsere? "Wenn wir Menschen gegenseitig unsere Wunden sehen könnten, würden wir nicht so mitsammen umgehen!" Ebenfalls ein Satz, von Gerlinde, meiner weisen Freundin.

Am Weg zum Kaiserpavillion komm ich an der Linde vorbei. Besser gesagt: am Stumpf ihres Stammes. An dieser Stelle, an dem jetzt noch ein 2 m breiter Stumpf aus der Erde ragt, stand noch im Herbst eine 9 armige Linde, die eine der prächtigsten Bäume war, die ich je sehen hab! Derart mächtig und kraftvoll streckte sie ihre uralten riesigen Äste in die Landschaft. Als ich das nächste mal vorbeikam,war sie umgeschnitten. Mit dem Hinweis, dass sie morsch war und eine Gefahr für die Besucher/innen darstellte. Niemand hat geschaut, wieviel Lebenskraft und liebevoller Energie sie den Besucher/innen gebracht hatte....Ich halte inne, spüre hin, frag das noch irritierte Energie-Feld, was es sich von mir wünscht und seh in einem inneren Bild, wie eine helle Säule die Stammreste mit Himmel und Erde verbinden. Ich halte diese Kraft - und nach einer Weile verwandelt sie sich in Ausdehnung und Entspannung. Beim Zurückgehen werd ich nochmals hinspüren, was sich verändert hat.

Nachmittags werd ich auf der gefrorenen Donau eine Frau treffen, um über das Thema "Zyklen" auszutauschen. Schließlich hab ich das Buchprojekt ja noch immer im Kopf! Ich bin neugierig auf einen weiteren Puzzlestein in meinem bunten Leben.

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