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Naschmarkt
Meine Oma ist gestorben
Veronika Lamprecht
30.11.2009

Die Verabschiedung meiner Oma war ein ganz normales christliches Begräbnis am Land. Den Bibeltext, den ich lesen sollte, hab ich abgeändert, so dass er auch aus meiner Sicht gepasst hat. Ist niemandem aufgefallen. Es war gut.
Gerne hätte ich das Lied „Return again" mit all den Trauernden gesungen. Ich hab es leise für mich und sie gesungen, als wir vor der Totenhalle standen, die Beileid-Wünsche entgegennehmend.
Ich spüre Abschied und Neubeginn. Ihre Kraft ist seither noch viel stärker in meinem Rücken.

Mein Sohn hatte kleine Efeukränze gebunden. Meine Kinder, mein Liebster und ich haben diese mit weißen Krepppapierbändern umwickelt, auf die wir unseren Dank.......

.............unsere Wünsche, unser Andenken an sie geschrieben haben. Hat wie der Kopfschmuck einer Braut ausgesehen und die Bänder haben berührend fein im Wind geweht, bevor wir sie ihr ins Grab geworfen haben. Ich hab die Cala geküsst und nochmals an mein Herz gedrückt, bevor ich sie ebenfalls auf ihre Reise mitgegeben hab.
Daneben hingen die opulenten Blumenkränze aus den Gärtnereien.
Es ist gut.

Die Blüte der Cala hat die Form einer Vulva. So wie meine Oma ins Leben gekommen ist, möge sie wieder zurück in den Schoss von Mutter Erde, unserer Urmutter, gehen. In die „Sommerlande", wie die Kelt/innen das Andersland, Totenland, nannten, reingeboren werden.
Dort, wo die Sonne immer scheint. Die Seelen scheinen sehr viel Spaß mitsammen zu haben. Jedenfalls ist meine Oma immer sehr vergnügt, wenn ich zu ihr hinspüre.

Sie hatte ein hartes Leben, konnte in Würde Alt werden und sanft  zuhause sterben. Ein inniger Dank gilt meinen Verwandten, dass sie meiner Oma dieses große Liebesgeschenk der Begleitung gemacht haben.
Sie hatte heuer am 9.9.2009 ihren 90. Geburtstag gefeiert.

November 2009, Veronika Victoria

Kommentare
Sylvia  
11.01.2010

Liebe Veronika!

Ich kann mich sehr gut hineinfühlen in Deine Worte und Bilder... schön! Da ist sehr viel Zärtlichkeit und Liebe spürbar - und Verbundenheit mit allem, was uns umgibt. Möge es Deiner Oma und allen Voraus-Gegangenen wohl ergehen - und uns, die wir noch hier weilen und weiter wachsen auch :-)

Herzlich

Sylvia Häusler.

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