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Naschmarkt
Was wir sind und
Veronika Lamprecht
27.03.2012

Was wir sind und was wir sein könnten

Doch gerade das begeistert Gerald Hüther: „Wenn Dinge unvereinbar scheinen – wenn wir sowohl das eine als auch das andere wollen –, dann ist das die Sternstunde für unsere eigene Weiterentwicklung. Dann ist das ein Festtag fürs Gehirn. Nichts nährt es so sehr wie ein Dilemma.“

Wobei ihm wichtig ist, Dilemma nicht mit Krise zu verwechseln. Krisen lassen sich lösen, indem man eine verloren gegangene Balance wiederherstellt, indem man mehr vom Alten auf die eine oder andere Seite packt. Einem Dilemma hingegen kommt man so nicht bei. Die Lösung für ein Dilemma heißt deshalb auch nicht Reform, sondern Transformation.

 

 Wir könnten gemeinsam versuchen, über uns hinauszuwachsen. Wir könnten uns gegenseitig einladen, ermutigen und inspirieren, all das zu entdecken, was es miteinander und aneinander und in der Welt, in der wir leben, zu entdecken gibt. Wenn uns das bedeutsam wäre, würden wir lernen, uns selbst, die anderen und unsere Welt noch einmal anders, mit anderen Augen, mit einem offeneren Blick zu betrachten. So könnten wir vielleicht auch wiederfinden, was wir unterwegs verloren haben: die Freude an der Buntheit und Vielfalt unserer Welt, deren Teil wir sind und die es nur so lange geben wird, wie wir sie mit all unseren Sinnen erspüren und mit unserem zeitlebens lernfähigen Hirn vielleicht irgendwann auch begreifen und bewahren können. Dann wären wir wieder im Einklang mit dem, was das Leben in Wirklichkeit ist: kein sich selbst genügender und sich selbst erhaltender, sondern ein erkenntnisgewinnender Prozess.
von: Gerald Hüther
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